Netzschkau

Göltzschtalbrücke bei Netzschkau

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Erstellt: Freitag, 15.07.2016


165 Jahre Göltzschtalbrücke und Elstertalbrücke


Und wieder einmal konnte der Fremdenverkehrsverein „Nördliches Vogtland“ auf ein Jubiläum an der Göltzschtalbrücke hinweisen.
Die „alte Dame“ wird am 15. Juli – 165 Jahre alt.
Fit, wie seit ihrer Geburt, hält sie allen Anforderungen stand, die ihr von der Bahn gestellt werden. Keine Geschwindigkeitsbeschränkungen, keine Tonnen/Last Begrenzungen, kein Begegnungsverbot beeinträchtigen den Bahnverkehr, der UNUNTERBROCHEN seit 165 Jahren über sie hinweg rollt Und das, bei einem Bauwerk, welches in Kopfarbeit erdacht und vorwiegend in Handarbeit erschaffen wurde! Auf Fragen, wie zum Beispiel, wozu war die Brücke überhaupt notwendig? Wer schuf die geniale Konstruktion? Hat Lauschgrün wirklich seine Entstehung der Göltzschtalbrücke zu verdanken? Gab es im Krieg größere Beschädigungen oder musste die Brücke einmal wegen Baufälligkeit gesperrt werden, konnten interessierte Besucher von Christine Trommer Antworten erhalten.



Über die Weihe der Göltzsch- und Elstertalbrücke berichtet das „Reichenbacher Wochenblatt“ No. 46 vom 16. Juli 1851 folgendes:

Reichenbach, den 15. Juli.
Jetzt stehen wir nun bewunderungsvoll vor den mächtigen Wölbungen des vollendeten Werkes. Es hat die Probe bestanden - denn ein schwer beladener Zug passierte vergangenen Sonnabend bereits den von denselben getragenen Schienengang, ohne nur den leisesten Besorgnissen Raum zu schaffen. Das „Werk“ wird seine Meister loben, doch auch der Segen kommt nur von oben. - Sichtbarlich hat Gottes Hand über diesem Unternehmen gewaltet, denn obgleich manche Unglücksfälle dabei zu beklagen waren, steht die Zahl derselben doch in einem beruhigenden Verhältniß zu der Dauer und der Großartigkeit des Baues, welcher ein achtungsgebietendes Denkmal des schaffenden Geistes unserer Generation, eingetreten ist in die Reihe der Baudenkmäler der Vorzeit, deren Dasein und Ehrfurcht von ihren Erbauern einflößt.
Heute wohnten wir der Eröffnungsfahrt von Reichenbach über die Göltzsch- und Elsterbrücke nach Plauen bei.
Vormittags zwischen 8 und 9 Uhr langte der Festzug von Leipzig mit Se. königl. Hoheit dem P r i n z e n A l b e r t und vielen Notabilitäten auf dem hiesigen Bahnhofe an, begrüßt von den Reichenbacher Schützencorps und einer großen Anzahl aus Nah und Fern herbeigekommener Schaulustigen. Nach kurzem Aufenthalte setzte sich der stark vermehrte Zug, an der Spitze die prächtige mit Guirlanden und Fahnen gezierte Locomative „Göltzschtal“, welche aus der Fabrik des Herrn Hartmann in Chemnitz hervorgegangen war, nach Plauen in Bewegung. Auf dem Damm, dicht vor der Göltzschbrücke, hielt inmitten einer großen Volksmenge sowie der aufgestellten Arbeiter der Festzug, und nachdem Se. königl. Hoheit dem P r i n z e n A l b e r t der Bauplan der Brücke feierlichst übergeben worden war, fand ein ausgebrachtes dreifaches "Hoch" auf Se. Majestät unseren verehrten König und allerhöchst dessen Gemahlin den lebhaftesten Wiederhall in dem weiten Kreise der Versammelten und unter den Klängen des Sachsenliedes „Den König segne Gott“ fuhr der Festzug über die Brücke weiter den voigtländischen Bergen zu. Auch der Himmel hatte sich allmählich aufgeklärt und erhöhte durch freundlichen Sonnenblick den festlichen Empfang, welchen Netzschkau, Limbach Herlasgrün und Ruppertsgrün in einfacher aber entsprechender Weise bereitet hatten. Böllerschüsse verkündeten die Ankunft bei der Elsterbrücke, an deren jenseitigen Ende der Zug still stand. Hier wies, nachdem ebenfalls der Bauplan Se. königl. Hoheit übergeben worden war, Se. Excel. der Finanzminister B e h r auf die hohe Bedeutung des Tages in entsprechenden Worten hin und dankte dem großen Baumeister, unter dessen Obhut dieses Menschenwerk zu Stande gekommen. Sodann erfolgte von Se. königl. Hoheit die Behändigung von Orden an die Herren Regierungsrath S c h i l l , Major W i l k e, Abteilungsingenieurs D o s t , K e l l und Dr. H o f m a n n in Leipzig, worauf Herr Regierungsrath Schill Vortheile hervorhob, welche dem Vaterlande durch die Vollendung dieser Bauwerke erwachsen wurden, da der erleicherte Verkehr nur von segensreichen Rückwirkungen begleitet sein könnte. Das erhebende Lied „Nun danket alle Gott“ beschloß diesen feierlichen Act.
Nach kurzer Fahrt langte der Festzug auf dem Bahnhofe zu Plauen, wo die Communalgarde dieser Stadt aufgestellt war, und dessen Umgebungen ebenfalls eine unzählige Menge Schaulustiger zeigten, an. Hier begaben sich die Angekommenen, unter Vorantritt Sr. königl. Hoheit des Prinzen Albert und Sr. Durchl. des Fürsten von Reuß- Greiz in die obern Räume des Hauses, wo ein vortrefflich zubereitetes Frühstück ihrer harrte. Nach etwa zweistündigem Aufenthalte kehrten die Gäste mittelst desselben Zuges nach Reichenbach und weiter nach Leipzig und Dresden zurück. Noch lange wird dieser Tag als ein Festtag in der Erinnerung der ganzen Gegend fortleben. Brachte er doch auch ein theures Glied der königl. Familie wieder in unsre Mitte, dessen herablassendes anziehendes Wesen Aller Herzen gewinnt.
Möge Sachsens Regierung und Volk im beiderseitigen Bestreben für das Gesamtwohl sich fortwährend gegenseitig unterstützen, dann können die Segnungen des Friedens: „Wohlstand und Zufriedenheit“ nimmermehr ausbleiben…

Sollten Sie Näheres zu dem gesamten Baugeschehen erfahren wollen, bietet der Fremdenverkehrsverein "Nördliches Vogtland" eine hochinteressante, kompetente und unterhaltsame Führung an - ab einer Person möglich und für jede Zeit buchbar. (: 03765/6119926 oder 0172 2716 152, E-Mail: post@goeltzschtal


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Erstellt: Sonntag, 15.05.2016


Grundsteinlegung vor 170 Jahren

Gölzschtalbrücke bei Netzschkau Bild großklicken.


Grundsteinlegung an der Göltzschtalbrücke vor 170 Jahren
Welch ein Ereignis war das am 31. Mai 1846! Extra ein Feiertag, der Pfingstmontag, wurde gewählt, damit ja keine Arbeitszeit verloren ging. In den Vormittagsstunden traf ein Sonderzug, von zwei Lokomotiven gezogen, im Bahnhof Reichenbach ein. Dieser wurde dabei eingeweiht.
Über 1000 Menschen wurden hier von erwartungsvollen Ortsansässigen empfangen und gemeinsam ging es dann zur festlich geschmückten Baustelle „Göltzschtalbrücke“. Überall wehten bunte Fahnen. An einem von Arbeitern gebildeten Spalier vorbei, schritten Mitglieder des Eisenbahndirektoriums zusammen mit den Festgästen in das Tal hinab.


Grundsteinlagung an der Gölzschtalbrücke


Das Ereignis wurde damals in der Tagespresse mit folgenden Worten beschrieben:

In der Tiefe einer Baugrube unmittelbar an der Göltzsch hielt der Oberingenieur Robert Wilke, sichtlich von der Bedeutung des Tages ergriffen, eine Rede, in der die Hoffnung auf das Gelingen des Baues zum Ausdruck kam. Danach entnahm er von einem seidenen Kissen eine glänzende Kelle und den Hammer, mit dem dann drei traditionelle Schläge die Grundsteinlegung besiegelte. Es folgten ihm der Direktor der Eisenbahnkompanie und der Bauingenieur Ferdinand Dost.
Die Grundsteinlegung erfolgte nach dem Entwurf des Professors Andreas Schubert, der allerdings eine 4 – Etagen – Brücke mit nur kleinen Bögen vorgesehen hatte. Wegen Baugrundschierigkeiten verzögerten sich die Baumaßnahmen um ein knappes Jahr. Es wurde das Projekt bei der Göltzschtalbrücke um die zwei großen Bogen in der Mitte im Nachhinein durch Robert Wilke geändert. Im April 1847 war dann die Wiederaufnahme des Baus. Die Fertigstellung der Göltzschtalbrücke wurde mit der Schlusssteinlegung am 14. September 1850 wieder gebührend gefeiert.

Nach einer Ausarbeitung von Christa Trommer (Vorsitzende). Fremdenverkehrsverein „Nördliches Vogtland“ im „Neuberinhaus“
Weinholdstr. 7


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Erstellt: Samstag, 18.09.2010


160 Jahre Schlusssteinlegung Göltzschtalbrücke

Am Fotopunkt vor der Göltzschtalbrücke Bild großklicken.


Anlässlich der Wiederkehr zur Setzung des letzten Schlusssteines am 14. September 1850 am großen oberen Brückenbogen an der Göltzschtalbrücke fand auf den Tag genau am 14. September 2010 um 10.00 Uhr eine besondere Führung statt. Zirka 80 interessierte Besucher lauschten den Vorträgen, die vom Fremdenverkehrsverein "Nördliches Vogtland" organisiert und durchgeführt wurde.
Die Berichte im Einzelnen nachfolgend.


14. September 2010
160 Jahre Schlusssteinlegung Göltzschtalbrücke
Schlusssteinlegung ? Weihefeier? - sind in unserer Zeit etwas in Vergessenheit geratene
Begriffe. Aber am 14. September vor 160 Jahren war es DAS Ereignis. Es wurde der
Schlussstein im oberen großen Bogen der Göltzschtalbrücke gelegt und damit die
Fertigstellung der Göltzschtalbrücke gewürdigt.

Den gesamten Bericht hier lesen:
Schlussstein vor 160 Jahren.pdf

Die nachfolgenden Bilder großklicken.


Neue Tafel aufgestellt am Info-Point Bild großklicken.


Wissenswertes zur Geschichte der Göltzschtalbrücke
Eine der größten Sehenswürdigkeiten des Vogtlandes überspannt den Fluss Göltzsch, die Göltzschtalbrücke. Sie ist die größte aus Ziegeln errichtete Brücke der Welt und sie entstand in einer Zeit, wo andernorts Brücken mit 30 m Höhe wegen fehlender Kenntnisse in der statischen Berechnung kurz vor ihrer Fertigstellung in sich zusammenbrachen.
Den gesamten Bericht hier lesen:
Wissenswertes zur Geschichte der Göltzschtalbrücke.pdf

und weitere Informationen hier:
Informationen mit Weihespruch.pdf

Dank an Christa Trommer, Vorsitzende des Fremdenverkehrsverein "Nördliches Vogtland" für die gute Zusammenarbeit.


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Erstellt: Freitag, 17.09.2010


Festrede von Albrecht Ripp zu Freimaurerzeichen

Albrecht Ripp während seiner Festrede Bild großklicken.


Schlusssteine mit Freimaurerzeichen an der Göltzschtalbrücke
Anlässlich der Schlusssteinlegung vor 160 Jahren am großen oberen Brückenbogen sprach der Freimaurer Albrecht Ripp während einer Feierstunde an der Göltzschtalbrücke.

Sehr geehrte Damen und Herren,
werte Ehrengäste, Freunde der Göltzschtalbrücke von Nah und Fern.
Mein Name ist Albrecht Ripp, ich bin Bildhauer und freisch.affender Künstler in Plauen, bin evangelischer Christ mit katholischem Hintergrund und ich bin auch Freimaurer.
Ich gehöre keiner Loge an und bin auch kein Mitglied der Loge PYRAMIDE in Plauen, obwohl ich diese vor 5 Jahren gründete und vor 10 Jahren die Freimaurerei wieder nach Plauen brachte.

Hier den gesamten Text der Rede lesen:

Rede an der Göltzschtalbrücke.pdf



Schlussstein am großen Brückenbogen Bild großklicken.

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Erstellt: Freitag, 06.08.2010


Mei Vugtland is doch wunnerschie

So schön ist die Heimat aus luftiger Höhe. Während einem Rundflug rund ums Vogtland löste Alexander Schulze, Pansdorf, den Auslöser seiner Kamera aus und hielt die Göltzschtalbrücke noch vor der Elektrifizierung der Eisenbahnstrecke im Bilde fest. Bilder großklicken.

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